Hintergründe...

Die Grundlagen für unser Ordensleben

Die Grundlagen für unser Ordensleben sind unsere Satzungen und Regeln, die zurückgehen auf unseren Stifter, den Hl. Eugen von Mazenod. Auch heute versuchen wir nach seinem Geist zu leben. Wir möchten hier einige Aspekte unseres Lebens als Oblaten vorstellen.

Im Zentrum unseres Lebens steht Jesus Christus. Er selbst hat uns eingeladen, ihm nachzufolgen. Wir wollen versuchen nach seinem Vorbild zu leben, und so ist es unser Ziel, Ihn immer besser kennenzulernen und die Beziehung zu Ihm zu vertiefen.

Unsere Kongregation ist missionarisch. Das bedeutet, dass wir unsere Sendung darin sehen, den Menschen das Wort Gottes zu verkünden. Wir wollen den Menschen von Jesus Christus erzählen, damit auch sie Ihn kennenlernen können. Zu unseren Aufgaben gehört darum vor allem die Gemeindemission und die Weltmission. Wir gehen dorthin, wo es Menschen gibt, die noch nichts von Christus gehört haben, oder die sich von Ihm entfernt haben.

Wie der heilige Eugen wollen wir dazu vor allem zu den Armen gehen. Unsere Verkündigung richtet sich zuerst an diejenigen, die verlassen sind, die am Rand der Gesellschaft stehen, damit sie verstehen und erfahren können, dass sie Kinder Gottes sind, dass sie von Gott geliebt sind.

Ein wichtiger Punkt ist das Leben in Gemeinschaft. Unser Vorbild ist die Gemeinschaft Jesu mit seinen Aposteln. Gemeinschaftsleben ist bereits Teil der Verkündigung: wenn wir in unseren Gemeinschaften versuchen das Evangelium zu leben, d.h. vor allem die mitbrüderliche Liebe, dann können die Menschen sehen, dass Christus in unserer Mitte lebt. Das Leben in Gemeinschaft mit anderen ist, wie in jeder Familie, nicht immer leicht. Auch die schwierigen Zeiten gehören dazu und sollen im Geist der Liebe gelebt werden. Auch gemeinsame Gestaltung der Freizeit oder eine gemütliche Unterhaltung bei einem Glas Bier oder Wein am Abend gehören dazu.

Eugen von Mazenod hat gesagt: Christus lieben heisst die Kirche lieben. So üben wir unseren Dienst in Treue zur Kirche aus, verstehen uns als Mitarbeiter der Bischöfe. Wir arbeiten auch mit den Laien zusammen und unterstützen sie dabei selbst apostolische Aufgaben zu übernehmen.

Als Vorbild unseres Lebens verehren wir besonders Maria. Die Immakulata ist Patronin unserer Kongregation. Sie ist unser Vorbild, weil sie die Hingabe vollkommen gelebt hat, indem sie ihr vorbehaltloses "Ja" zur Verkündigung des Engels gesagt hat. Sie hat Christus zur Welt gebracht und auch wir als Missionare wollen Ihn zu den Menschen bringen.

Das Wort Oblate kommt vom lateinischen offere, deutsch: hingeben, darbringen, opfern. Wer als Oblate lebt, gibt sein Leben in Gottes Hand. Diese Hingabe wird deutlich im Ordensleben, das radikale Nachfolge Jesu ist. Wir versprechen deshalb nach den evangelischen Räten von Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben. Unverzichtbar ist auch das Gebet, die tägliche Eucharistiefeier, das gemeinsame Stundengebet, die Betrachtung der Heiligen Schrift. Eine besondere Rolle spielt das stille, betrachtende Gebet, dem wir uns täglich eine Stunde widmen.

Wir sind eine sogenannte Klerikerkongregation. Das bedeutet nicht, dass in unserer Gemeinschaft nur Priester leben. Priester und Brüder ergänzen sich bei ihrer missionarischen Arbeit. Das spiegelt sich wieder in unseren Aufgaben. In der Verkündigung des Evangeliums, aber auch der Feier der Sakramente, vor allem der Eucharistie, aber auch der Beichte, in der wir den Menschen die Liebe Gottes zusagen, besonders auch im Dienst an den Armen und Verlassenen.

Wie der Apostel Paulus müssen wir Jesus Christus predigen, "und zwar als den Gekreuzigten, ... nicht durch gewandte und kluge Worte, sondern mit dem Erweis von Geist und Kraft" (1 Kor 2, 2-4). Man muss es uns anmerken, dass wir die Wahrheiten, die wir verkünden, bereits im Herzen erwogen haben, ehe wir sie predigen.

(Satzugen und Regeln der Missionare Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria von 1826)